Gartenexotik
Leider konnte ich mich auf meiner eigenen Homepage längere Zeit nicht mehr einloggen um neue Sachen einzutragen.
Den Provider zu erreichen und für Abhilfe zu sorgen, ist leider nicht so einfach.
Mit über 40 Grad im Garten war es Ende Juni schon eine Gluthitze, was aber den Palmen, der Wüste und auch den Zitrus weniger ausgemacht hat. Die Versorgung der Topfpflanzen musste halt stimmen.
Der Bambus warf aufgrund der Trockenheit viele Blätter ab und es war gut einen unterirdischen Wassertank zu haben, der sich aber auch schnell leerte.
Butia yatay liebt diese Hitze und wächst hervorragend. Das Kräuterbeet mit Trockenmauer ist umgezogen und ein Hochbeet für Radieschen, Rote Beete, verschiedenen Basilikum, Kohlrabi und eine Süßkartoffel ist eingezogen.
Beide große Feigen wurde bis auf den Stamm gekappt, mangels Ertrag. Dafür ist ein Erdbeerbaum (Arbutus unedo) und eine kalifornische Feige (Desert King) eingezogen. Eine Schwarze Bergfeige ist vors Haus gekommen.
Alles wächst sehr gut. Die Zitrusse machen viel Freude und an der Carportöffnung ist ein L-förmiges Zitrusspalier entstanden mit einer Sanguinello Blutorange, einer panaschierte Satsuma Mandarine und einer Aldi Zitrone, wahrscheinlich Meyerii. Mittig noch eine Pitanga / Surinamkirsche und am Rand gibt es panaschierte Cannas (Durban / Tropicana, Stuttgart, Bangkok)
Die Blutorange hat den ersten Winter ausgepflanzt geschafft. Den Bambus für das Spalier hat der letztjährig herausgenommen Spectabilis Bambus geliefert.
Die größere Caesalpinia / Paradiesvogelstrauch wurde dem kleinen Beet an der Hauswand entnommen und eine Limette ausgepflanzt mit einem Zitronengras daneben. Wenn es mir gelingen sollte, die Blutorange zu überwintern, wollte ich eine Limette ausprobieren. Voila und im Topf gedieh die kleine Limette nicht so gut. Jetzt treibt sie herrlich gut aus mit großen Blättern.
Jetzt ist der Garten seit mehr als 13 Jahren angelegt und hat sich gut entwickelt. Im Garten sind mehr als 55 Tonnen Lava verarbeitet und mehr als 10 Tonnen Split in den Wegen. Rasenmähen muss ich keinen. Manches Jahr gibts viel zu viel Wasser, im nächsten Jahr regnet es dafür kaum. Die Winter tendieren hier um die -10 Grad für ein paar Nächte.
Hütte bauen, Wege pflastern oder mit Split ausfüllen, Teich ausheben bei 28+ Grad und Zäune setzen. Die Terrasse mit dem Naturstein machen. Man lernt bei all dem eine ganze Menge, oft macht man es (erstmal) nicht gerne, aber die Umstände sind eben manchmal so. z.B. wenn der Handwerker permanent absagt, verschiebt oder nicht mehr kommt. Dann macht man es eben selber und siehe da. Es funktioniert. Da steckt viel Arbeit drin, auch Geld und es hat sich definitiv gelohnt. Jedes Jahr gibt der Garten ganz viel zurück und sorgt für ein Wohlgefühl und man fühlt sich einfach Zuhause.
Rückblickend war es die beste Entscheidung aus der Stadt rauszuziehen und sich sein neues Zuhause herzurichten wie man es will. In der Stadt wäre der grund & Boden nicht bezahlbar gewesen und jetzt sind es 30 Minuten bis in die Stadt. Alles gut!
2020 gab es u.a. einen Bericht im WDR 5 mit einem Interview über den hier gezeigten Garten. Eine ganz neue Erfahrung etwas mit Worten zu beschreiben was man gerade sieht, für jemanden nur zum Hören. 2 Stunden Begehung, 30-40 Minuten Interview, 5 Minuten Sendezeit. Aber spannend war's.
Hier könnte auch 'Urlaub Zuhause' stehen. Es soll einfach beschreiben, dass ich gerne nach der Arbeit im Garten abschalten möchte, gerne raustrete und dann einfach woanders bin, meine Wohlfühloase, wo man auftankt, Alltag verarbeitet und vergißt.
Das Schwierige bei dem Hobby ist ja, sich zurückzuhalten, nicht alles auszuprobieren, weil man dann schnell feststellt, dass alles teilweise schon ab spätem Herbst einen Ort im Haus finden oder (teils aufwendig) geschützt werden muss. Ich gebe gerne zu, dass mir das mit der Zurückhaltung nicht gut gelungen ist. Aber mit jedem Jahr wird man ruhiger und fokussierter und so werde ich die aufwendig zu schützenden Palmen bei Verlust auch nicht ersetzen.
In der Mietswohnung, später Mietshaus mit kleinerem Garten, war dieses Hobby nie existent. Beim Hauskauf beschäftigte man sich dann damit wie man die 50 m² Garten wohl bepflanzt. Was ist eine Hortensie? Von allem etwas, fing es dann mit einer kleinen Trachycarpus fortunei an, die sich gut und schnell machte. Es folgte eine zweite und andere Exoten, bis später alle "normalen" Sachen, bis auf eine Rose gewichen sind.
Erste wackelige Schutzbauten entstanden, die ich heute nur noch als "ohne Sinn und Verstand" bezeichnen würde. Als Anti-Handwerker mit zwei linken Händen, dauert ohnehin alles länger, aber man wird auch jedes Mal besser. Es gab auch Verluste und Schäden, aber dass ist ja bei jedem Hobby so. Mittlerweile habe ich meine Art und Weise, meine Materialien und meinen Aufwand gefunden.
Nach dem Umzug 2013 vom Reihenhaus mit kleinem Garten in ein neues Haus mit viel Grundstück, habe ich jetzt ca. 500 m² zur Verfügung zur Bepflanzung. Die Ausrichtung des Grundstücks (Garten Südwestlage) war auch entscheidend.
Zunächst ist man überfordert mit den Dimensionen, hat man ja vorher dicht an dicht gepflanzt und diesen Umstand im Winter beim Aufbau des Schutzes verflucht.
Ich konnte aber beim Aufzeichnen der Gartenideen gut von unseren sonst laufenden Kernsanierungsmaßnahmen entspannen. Aus diesen Ideen setzte sich dann ein Ganzes zusammen, was dann nach und nach von uns umgesetzt wurde bis zum heutigen Ergebnis.
Nach Räumung mit dem Bagger, kam das Unkraut und die Sorge, die aus dem übervollen Reihenhausgarten mitgenommenen Exoten am Leben zu erhalten. An Auspflanzung war nicht zu denken, im Haus sanierten wir weiter und so war es erstmal an dem Erhalten der Pflanzen. Einige Yuccas pflanzte ich im Vorgarten aus, damit sich die Töpfe reduzierten.
Mit Unkrautvlies deckten wir Teile des Gartens ab, so dass wir immer ein Stück bearbeiten konnten und so nach und nach uns den Garten eroberten. Mit Lava deckten wir dann das Erdreich später ab, was die Unkrautbildung stark reduzierte.
Im nahen Steinbruch fand ich 2 Findlinge (je 2 Tonnen Gewicht), die jetzt die "Rückwand" der kleinen Sonnenterrasse bilden.
2015 kam dann Rollrasen für die Gartenmitte, so dass die letzte Schmutzgartenstelle auch verschwunden ist.
Derzeit ist der Garten hälftig mediteran mit Feigen, Palmen, Bambus, Kakis, Wein, Kamelien und Stauden und in der anderen Hälfte wird eine Wüste geschaffen mit vielen Tonnen Gestein, Yuccas, Gräsern, Agaven, Kakteen, wenigen Palmen.
2016 wird die Wüste bepflanzt und die Vorgartenstücke mit Basaltsteinen landschaftlich gestaltet. Auch diese sind sehr sukkulentenlastig bepflanzt.
2018 das Sonnenjahr. Von Ende April bis Mitte September anhaltend hohe Temperaturen, meist zwischen 25 und bis zu 36 Grad. Sehr wenig Regen. wärmster Sommer seit 2003! Vertrocknete Rasenflächen überall.
Wiese komplett raus und einen Teich mit dem Spaten ausgehoben und den Rand mit weiterer Lava gemacht. Zugangsweg, wo vorher auch Wiese war, ist jetzt Split. Wasser fehlte dem Garten einfach. Das passt sehr gut !
Nach Räumung des kleinen und großen Vorgartenstückes, wurden dort Sukkulenten, Hanfpalmen und Sabal-Palmen gesetzt. Die Bereiche sind durch das Haus etwas wettergeschützt und bekommen bis mittags Sonne. Ziel ist es dort keinen Winterschutz aufzustellen.
Die mangelnde Sonnenausbeute dort ist ausreichend, dass dort Kakteen wachsen, aber Kugelkakteen nicht blühen. Nur Opuntien blühten bisher, so dass ich alle Kugelkakteen in den hinteren Garten in die dortige Wüste umgesetzt habe.
Agaven tun sich vorne sehr schwer, so dass nur eine A. neomexicana und eine A. parryi parryi dort gut besteht und sich vermehrt und selbst A. megalacantha vorne nur mit vereinzelten Exemplaren wächst und vernünftig ausschaut.