Gartenexotik

Das Hochwasser in Erftstadt, vorwiegend in den Medien vertreten von Erftstadt-Blessem, was ca. 5 km von hier entfernt ist, hat am Mittwoch 14.07.2021 aus dem Garten einen See gemacht. ca. 180 L / m² kamen runter. Die Gartenwege, gefüllt mit ca. 40-50 cm reinem Split, hatten eine 3 cm Wasserschicht über sich. Die Erde nahm nichts mehr auf. Bei der Nachbarin schwammen die Goldfische auf dem Rasen.

Das Wasser kam zusehendst näher, lief in die Garage und auch durch Boden-Wandfuge in den Keller. Die Ablauflöcher des Lichtschachtes füllten den Lichtschacht. Pumpe und Nasssauger im Einsatz von mittags an, nahmen viel Wasser auf, bis der Strom für fast 2 Stunden abgestellt wurde im Bereich. Danach war man fast nur noch Zuschauer. Danach den Lichtschacht wieder leer pumpen, zwischendrin auch den übergelaufenen Teich und die übervollen Tanks. Um 23 Uhr hörte der Regen auf um 03:15 Uhr fiel man ins Bett.

Um 6 Uhr wieder raus, weitermachen und um 08:00 Uhr war der Strom wieder weg, 32 Stunden bis Freitag 16 Uhr. Das Klärwerk war abgestellt, Toilette sollte daher nicht mehr bentuzt werden. Wasser nur noch abkochen. Strom weiter weg. Zum Glück haben wir einen Gasherd. Haus dunkel, wegen der runtergelassenen elektr. Rolladen.

Als dann am Freitag Nachmittag wieder Strom da war, man die elektrischen Rolladen wieder öffnen konnte und wieder Licht im Haus hatte nach 2 Tagen, die Nachrichten sah von Bad Münstereifel, dem Ahrtal, etc., da war man doch dankbar, weil keiner verletzt war, das Haus noch stand und es nur klares Wasser war im Haus und keine rotbraune Brühe die ganz oder halbhoch im Keller steht.

Das in Massen strömende und über Weiden, Wiesen, Felder, die Straßen näherkommende Wasser 800 Meter entfernt vom Haus, keine Informationen, den Ort konnte man nicht mehr verlassen, wegen der umliegenden Wassermengen, da kriegt man Angst. Man räumt Sachen aus dem Keller hoch. Packt Fluchtgepäck.

Letztlich haben ein paar wenige Meter Höhenunterschied (Straßenanstieg) und viele landwirtschaftliche Flächen in der Nähe den Unterschied ausgemacht. 500 Meter entfernt, etwas tiefer im gleichen Ort, gab es viele Keller mit rotbraunen Wassermassen. Nach erstem Sammeln, ging es mit Nasssauger ins Dorf zum Helfen.

Ich wünsche allen Betroffenen viel Ausdauer und Stärke in dieser Zeit, der für viele ein Neuanfang und Aufbau ist.




2020 gab es u.a. einen Bericht im WDR 5 mit einem Interview über den hier gezeigten Garten. Eine ganz neue Erfahrung etwas mit Worten zu beschreiben was man gerade sieht, für jemanden nur zum Hören. 2 Stunden Begehung, 30-40 Minuten Interview, 5 Minuten Sendezeit. Aber spannend war's.

 



Hier könnte auch 'Urlaub Zuhause' stehen. Es soll einfach beschreiben, dass ich gerne nach der Arbeit im Garten abschalten möchte, gerne raustrete und dann einfach woanders bin, meine Wohlfühloase, wo man auftankt, Alltag verarbeitet und vergißt. 

Palmen-Rondell

 

Das Schwierige bei dem Hobby ist ja, sich zurückzuhalten, nicht alles auszuprobieren, weil man dann schnell feststellt, dass alles teilweise schon ab spätem Herbst einen Ort im Haus finden oder (teils aufwendig) geschützt werden muss. Ich gebe gerne zu, dass mir das mit der Zurückhaltung nicht gut gelungen ist. Aber mit jedem Jahr wird man ruhiger und fokussierter und so werde ich die aufwendig zu schützenden Palmen bei Verlust auch nicht ersetzen.







In der Mietswohnung, später Mietshaus mit kleinerem Garten, war dieses Hobby nie existent. Beim Hauskauf beschäftigte man sich dann damit wie man die 50 m² Garten wohl bepflanzt. Was ist eine Hortensie? Von allem etwas, fing es dann mit einer kleinen Trachycarpus fortunei an, die sich gut und schnell machte. Es folgte eine zweite und andere Exoten, bis später alle "normalen" Sachen, bis auf eine Rose gewichen sind.

Erste wackelige Schutzbauten entstanden, die ich heute nur noch als "ohne Sinn und Verstand" bezeichnen würde. Als Anti-Handwerker mit zwei linken Händen, dauert ohnehin alles länger, aber man wird auch jedes Mal besser. Es gab auch Verluste und Schäden, aber dass ist ja bei jedem Hobby so. Mittlerweile habe ich meine Art und Weise, meine Materialien und meinen Aufwand gefunden.

Nach dem Umzug 2013 vom Reihenhaus mit kleinem Garten in ein neues Haus mit viel Grundstück, habe ich jetzt ca. 500 m² zur Verfügung zur Bepflanzung. Die Ausrichtung des Grundstücks (Garten Südwestlage) war auch entscheidend.  

Zunächst ist man überfordert mit den Dimensionen, hat man ja vorher dicht an dicht gepflanzt und diesen Umstand im Winter beim Aufbau des Schutzes verflucht.

Ich konnte aber beim Aufzeichnen der Gartenideen gut von den sonst vorherrschenden Kernsanierungsmaßnahmen entspannen. Aus diesen Ideen setzte sich dann ein Ganzes zusammen, was dann nach und nach umgesetzt wurde bis zum heutigen Ergebnis. 

  

Neuanlage Garten


Nach Räumung mit dem Bagger, kam das Unkraut und die Sorge, die aus dem übervollen Reihenhausgarten mitgenommenen Exoten am Leben zu erhalten. An Auspflanzung war nicht zu denken, im Haus sanierten wir weiter und so war es erstmal an dem Erhalten der Pflanzen. Einige Yuccas pflanzte ich im Vorgarten aus, damit sich die Töpfe reduzierten.

Mit Unkrautvlies deckten wir Teile des Gartens ab, so dass wir immer ein Stück bearbeiten konnten und so nach und nach uns den Garten eroberten. Mit Lava deckten wir dann das Erdreich später ab, was die Unkrautbildung stark reduzierte.

Im nahen Steinbruch fand ich 2 Findlinge (je 2 Tonnen Gewicht), die jetzt die "Rückwand" der kleinen Sonnenterrasse bilden. 

 

2015 kam dann Rollrasen für die Gartenmitte, so dass die letzte Schmutzgartenstelle auch verschwunden ist.  

Derzeit ist der Garten hälftig mediteran mit Feigen, Palmen, Bambus, Kakis, Wein, Kamelien und Stauden und in der anderen Hälfte wird eine Wüste geschaffen mit vielen Tonnen Gestein, Yuccas, Gräsern, Agaven, Kakteen, wenigen Palmen.  

2016 wird die Wüste bepflanzt und die Vorgartenstücke mit Basaltsteinen landschaftlich gestaltet. Auch diese sind sehr sukkulentenlastig bepflanzt.      

2018 das Sonnenjahr. Von Ende April bis Mitte September anhaltend hohe Temperaturen, meist zwischen 25 und bis zu 36 Grad. Sehr wenig Regen. wärmster Sommer seit 2003! Vertrocknete Rasenflächen überall. 

Wiese komplett raus und ein Teich mit dem Spaten ausgehoben und den Rand mit weiterer Lava gemacht. Zugangsweg, wo vorher auch Wiese war, ist jetzt Split. Wasser fehlte dem Garten einfach. Das passt sehr gut !

 

Vorgartenstück groß



 

Vorgartenstück klein


Nach Räumung des kleinen und großen Vorgartenstückes, wurden dort Sukkulenten und auch Hanfpalmen gesetzt. Die Bereiche sind durch das Haus etwas wettergeschützt und bekommt bis mittags Sonne. Ziel ist es dort keinen Winterschutz aufzustellen.

Die mangelnde Sonnenausbeute dort, reicht, dass dort Kakteen wachsen, aber Kugelkakteen nicht blühen. Nur Opuntien blühten bisher, so dass ich alle Kugelkakteen in den hinteren Garten in die dortige Wüste umgesetzt habe.

Agaven tun sich vorne sehr schwer, so dass nur eine A. neomexicana dort gut besteht und sich vermehrt und selbst A. megalacantha vorne nur mit vereinzelnten Exemplaren wächst und vernünftig ausschaut.