Yuccas im Freiland

die Vorteile einer Yucca liegen auf der Hand. Sehr frosthart, in Größe und Farbe variabel, anspruchslos und pflegeleicht. Was man aber braucht, sind Sonnenplätze, Sonne, Sonne und nochmals Sonne.

Die individuellen Unterschiede bei den Yuccas liegen insbesondere in der Frost- / Nässetoleranz. Heißt, dass manche im Winter Niederschlag hinnehmen können, ohne dass die Frosthärte sinkt, während bei anderen die Frosttoleranz erheblich nachlässt, sobald Niederschlag dazu kommt.  

Teilweise pflanzen manche Sukkulentenfreunde ihre Yuccas in einen Boden aus reiner Drainage (Split, Lava, Kies, etc.) oder versetzen den Boden stark mit Drainagematerial, um einen guten Wasserabzug zu erzeugen. Da ich für mich die Feststellung getroffen habe, dass Yuccas bei verbessertem Nährstoffangebot (Gartenboden) auch entsprechend besser wachsen, habe ich den Boden mit Lava vermengt, aber nur etwa eine Spatentiefe und etwa 1:1 im Anteil. 

Ich möchte hier eine Unterscheidung treffen zwischen den aus meiner Erfahrung her winterharten Yuccas (ohne Regenschutz) und den bedingt winterharten Yuccas (mit Regenschutz).

 

Zu den winterharten Yuccas zähle ich aus meiner Erfahrung (Rheinland):

Y. thompsoniana, Y. gloriosa & recurvifolia, Y. flaccida & filamentosa (einschl. ihrer bunten Formen, siehe 'bunte Yuccas'), Y. pallida, Y. bailey intermedia, Y. reverchonii, Y. glauca, Y. elata, Y. linearifolia, Y. constricta, Y. karlsruhensis, Y. baccata, Y. schottii, Y. louisiana (x pallida), Y. rupicola, Y. angustissima  

 

Zu den bedingt winterharten Yuccas zähle ich aus meiner Erfahrung (Rheinland):

Y. rostrata, Hesperoyucca whipplei, Y. rigida, Y. faxoniana, Y. torreyii, Y. harrimaniae gilbertiana   

 

bedingt winterharte Yuccas


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  Besonderheiten:

Thompsoniana / rostrata:  

beide sind stammbildend, Thompsoniana hat kürzere, teilweise breitere Blätter, die nicht ganz so blausilbern sind, wie bei rostrata, dafür ist sie auch bei Niederschlag gleichmäßig frostbeständig. Sicherestes Erkennungsmerkmal sind gesägte, gelb gerandete Blattränder. Rostrata hat längere, glatte Blätter die stärker silberblau sind, jedoch benötigt sie einen Regenschutz im Winter.

Thompsonianas mit Stamm weisen leider oft Blätter ohne Bezahnung auf. 1 von 3 hat die gezahnten Blätter. Ein deutlicher Nachteil beim Online-Kauf.

 

winterharte Yuccas


Hesperoyucca whipplei:

Immer als Whipplei angeboten, gibt es aber verschiedene Unterarten, die optisch nicht immer gut zu unterscheiden sind, insbesondere beim Online Kauf. Dadurch bedingt, habe ich leider auch schon Whippleis gehabt, die bei normalem Regen Schwierigkeiten hatten und abbauten. Hier ist eine Freilandtauglichkeit völlig abzusprechen. Andere Whippleis dagegen kommen bei gleichem Wetter schadlos zurecht. Deren habe ich zwei Exemplare und beide ausgepflanzt.


Elata:

stammbildend, besitzt eine Pfahlwurzel und ist daher kaum mehr umzusetzen,wenn sie bereits Jahre am Standort ist. Sie neigt zu unterschiedlich starker Faserbildung und je nach Herkunft / Art kann sie grüne (giant form) oder blaue Blätter (alpine Texas) bekommen. Sie hat ein sehr gutes Frost- / Nässeverhältnis und gilt als winterhart.

Rigida:

schönste, silberblaue, stammbildende Yucca mit schlechtem Frost- / Nässeverhältnis und auch keiner ausgesprochen guten Frosthärte. Sie wird bei -10 Grad eingeschätzt. Ausgepflanzte Langzeitexemplare sind mir nicht bekannt. Neuer Name soll sein Yucca luminosa. Ein Exemplar hat bei mir ausgepflanzt nun den 2. Winter hinter sich, Winter 2018 / 2019  ungeschützt bei -8,2 Grad ohne Schaden.

Y. constricta:

winterhart, nicht stammbildend, sehr viele Fäden, schöne schmalblättrige Yucca. Mein Altexemplar hat den Umzug nicht gut vertragen, zog ein, trieb dreifach wieder neu aus und muss sich wieder aufbauen, was schnell und zügig gelang.

Y. glauca:

nicht stammbildend, von sehr schmalen Blättern, bis über breitere Blätter, von grün bis etwas bläulich, mit wenigen bis vielen Fäden, je nach Herkunft und Form, winterhart, treibt später Kindel, beim Versetzen mit sehr viel Erdreich ausgraben, hat bei mir zweifach geklappt, bei anderen habe ich gelesen, dass sie es nicht vertragen hat und einging.

Y. torreyi:

als Y. faxoniana als Sämling gekauft, habe ich sie relativ früh ausgepflanzt, was sie gut vertragen hat, so dass sie schon einiges an zweistelligen Frösten abbekommen hat mit Regenschutz (meistens). Sie ist stammbildend und hat schmale, rinnige, sehr steife, teils bläuliche Blätter, nasser Winter 2015/2016 mit -8 als Spitze schadlos ohne Schutz überstanden. Winter 2018 / 2019 ebenfalls ohne Schutz bei -8,2 Grad ohne Probleme.

Y. harrimaniae gilbertiana:

Recht hellblaue Blätter hat die Gilbertiana. Optisch wirklich eine sehr schöne, kleinbleibende Yucca. Ihre Frosthärte und Nässequalitäten konnte ich bisher noch nicht testen. Früher im Topf und geschützt auf dem Balkon überwintert, hat sie Fröste vertragen. Sie bekommt einen Regenschutz im Winter. Reagiert nicht gut auf zuviel Winternässe. Regenschutz zwingend.

 

Mit wenigen Yucca-Arten lassen sich stammbildende, buschbildende, panaschierte, breit- und schmalblättrige Yuccas mit Fäden oder ohne in allen Farben in den Garten bringen, ohne Schutzmaßnahmen und ohne, dass man auf etwas optisch verzichten muss.

Es gibt eine unübersichtliche Anzahl von Hybriden der Arten untereinander, die teilweise interessant und was Neues darstellen, teilweise aber optisch sich nicht wirklich unterscheiden von bereits vorhandenen Arten.

Die für mich interessantesten Hybriden will ich hier mal vorstellen:

 

Yucca-Hybriden


 

Y. louisiana x pallida, Y. glauca x thompsoniana, Y. thompsoniana x elata,  Y. glauca x elata, Y. pallida x elata, Y. pallida x filamentosa, Y. constricta x karlsruhensis, Y. thompsoniana x baccata, Y. elata x thompsoniana, Y. baccata x nanus