Sabal-Arten

Jeder sieht sich gerne im Urlaub die Sabal palmettos mit ihren großen Stämmen an oder eine stammlose, aber mächtige Sabal minor. Die Sabals wecken Bedürfnisse für den Exotengarten. Aufgrund der oft beschriebenen Frosthärte von -20 Grad einer Sabal minor, wird mittlerweile fast jede Sabal vom Händler als S. minor verkauft und bekommt daher kaum Schutz im Garten und geht oft ein. Die Unterscheidung einer S. minor von einer tropischen Sabalart ist sehr schwer. Man darf aber getrost davon ausgehen, dass größere als S. minor verkaufte Sabals, meistens keine sind.  

Sabal "Knolle"

Sabals verkraften meist ein Umsetzen sehr schlecht. Sie wurzeln tief und haben eine "runde Knolle" im Boden, die nicht verletzt werden darf.  

Ich dokumentiere hier Sabal bermudana, Sabal x brazoriensis (vormals x texensis), Sabal minor louisiana, Sabal minor Mc Curtain, S. blountstown dwarf, S. birmingham, S. mexicana, S. blackburniana, S. chipola dwarf

eine trop. Sabalart

Hastulla trop. Sabal (bermudana)

 

Eine grobe Unterscheidung der Sabal-Komplexe wurde mir möglich, als ich bei einem Sabal-Freund viele verschiedene Sabals nebeneinander sehen konnte. Dann fallen Unterschiede auf. Der für mich wichtigste Unterschied zwischen einer Sabal die dem Minor-Komplex zuzuordnen ist und eher sehr frosthart, aber dafür sehr langsamwüchsig ist und einer tropischen Sabal, die schneller wächst, dafür aber sehr begrenzt nur Frost aushält, liegt im Bereich der Hastulla, wo die Blattspreiten zusammenlaufen.

 

 

Bei S. minor laufen alle Blattspreiten bis unten durch.

Bei den tropischen Sabals bündeln sich die Blattspreiten vorher. 

 

eine Sabal aus dem Minorkomplex

Hastulla Minor-Komplex (louisiana)

 

Sabal bermudana als S. minor gekauft. Regeneriert sich gut, schiebt teilweise 3 Blätter im Jahr, nimmt aber schon bei geringeren Frösten (-6 Grad) anfänglich Schaden. Das mittig tief geteilte Blatt ist für sie typisch. 

Winter 2017/2018 gab es Schaden durch nicht ausreichenden Winterschutz, weil sie aus dem Schutz gewachsen war. Sie regenerierte sich gut. Die riesigen Blätter machen schnell wieder eine tolle Palmenoptik!

Sie wächst sehr gut, macht große Speere und harte, große Wedel. Kein Winterschaden. Riesige Blätter. Einfach nur tropisch, dem Wetter angepasst.

2021 entdeckte ich die erste Blüte der S. bermudana. Schön verzweigt ist die Blüte. Da Bermudana die Blüte erst sehr spät schiebt, ist eine Ausreifung hier im Freiland nicht oder nur unter größerem Aufwand möglich.

2023, Sabal bermudana blüht, hat weiter große Wedel und die Stammbasis verbreitert sich langsam. Schöne Palme, wie man es sich vorstellt.

    

Von einem Schweizer Sabal-Fan habe ich eine kleinere und einen "größere" S. x brazoriensis erworben und 2015 ausgepflanzt. Die Kleinere fängt gerade erst an, geteilte Wedel zu schieben, während die "Größere" schon geteilte Wedel hat. Sie steht vollsonnig im Wüstenbereich. Die neuen Wedel werden "blauer".

2018 erste Samen an der größeren x braz. Die Blätter sind schön steif und werden immer größer. Die kleinere x braz holt stark auf !

2019, die x braz Samen sind bisher nicht gekeimt. Die Sabal x braz hatte ohne Schutz keinen Schaden bei -8,2 Grad. Sie schiebt einen neuen Blütenstrang seit Mai. 2020 kein Winterschaden, guter Zuwachs, drei dicke Blütenstränge. Es geht ihr gut. Aktuell (November 2020) hat die x braz viele dicke Samen dran, die ich noch weiter reifen lassen will). Große x braz im Febr. 2021 bei -10 Grad nur mit Vlieshaube geschützt, kein Schaden. 2022 hat auch die kleinere x brazoriensis erstmalig geblüht und zwei Blütenstränge geschoeben. Es gab auch eine gute Samenbildung.

      

Sabal minor louisiana bekam ich als Jungpflanze mit sehr blauem Blatt 2008. Seither habe ich sie wenig geschützt, was auch schon zu Schäden führte, die sie nur schlecht regeneriert, da sie im Jahr nur 1 max. 2 Blätter bringt. Dafür hat sie aber kaum Schäden gehabt, während eine tropische Sabalart, alle Blätter verlor.

Den Umzug 2013 nahm sie mir sehr übel und baute alle Blätter bis auf eines ab.
Seit Mitte / Ende 2014 schiebt sie wieder einen Speer. Die Mildwinter der letzten Jahre waren sehr gut. Ich warte darauf, dass sie 2016 mehr und größere Blätter bekommt und ihre Blaufärbung zurück kommt.

Sie hat sich gut erholt und eingelebt. Die Wedel wachsen langsam und werden stetig mehr und größer. Seit 2017 immer wieder Samen, die aber bisher nicht ausreifen konnten. 2021 Febr. -10 Grad ohne Schutz und ok.

 

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  • 21.09.2016
  • S.Mc Curtain, Okt.2015
  • S. Mc Curtain, Juni 2015

Sabal minor Mc Curtain hat sehr tief eingeschnittene Wedel und ist recht frosthart. Ich habe 2015 ein Exemplar von einem Schweizer Sabal-Fan erwerben können. 1-2 Blätter Zuwachs pro Jahr.

2018 erste Samen. Blütenstrang deutlich über die Blätter hinaus. Blätter steif und werden größer. Optik daher sehr schön. Leichter Winterschaden am Blatt bei -9,5 Grad ohne Schutz. Die Samen reiften im Super-Sommer 2018 aus und befinden sich jetzt in der Anzucht oder wurden an Exotenfreunde verschenkt.     

2019 bisher keine Samenkeimung. Ein neuer Blütenstrang schiebt sich seit Mai heraus. Keine Winterschäden.  Mehrere abgeknickte Blätter als Sturmschaden Winter 2019/2020. Sie schiebt aber dafür kräftig Blätter nach. Ende 2020 wieder hergestellte Optik, dank ausreichend neuen Blättern. 2021 Febr. -10 Grad, kein Schutz, es schieben sich strohige / geschädigte Wedel heraus. Optisch vollständige Regeneration 2021.

 

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  • 06.09.2012
  • 10.06.2013
  • 21.09.2016

Als Sabal minor (wie ja fast alle Sabals) gekauft, zeigte sie eine sehr gute Winterfähigkeit im alten Garten ausgepflanzt. Obwohl noch kleiner, hatte sie nach ordentlichen Frösten kaum Schäden, während andere, größere Sabals (die letztlich bermudanas sind) in der Nähe deutliche Schäden hatten.

Die Blattspreiten sind jetzt als erwachsene Pflanze sehr tief eingeschnitten und so sieht die Pflanze der Sabal minor Mc Curtain sehr ähnlich. Von einem Sabal-Freund wurde sie als Etonia eingestuft.

In 2016 gab es erste 2 Blütenstränge im Juni / Juli, die aber keine Samen ansetzten.

2017 gab es 3 Blütenstränge. Der erste war schwarz vor Blattläusen. 2018 gab es 2 Blütenstränge, weniger Blattläuse. Keine Samenentwicklung. Leichter Winterschaden am Blatt bei -9,5 Grad. Große Blätter, großer Speer.

2019 schiebt sie neue Blätter. Kein größerer Winterschaden. Sie wirkt etwas angestrengt, also leichte Blattschäden teilweise, vorwiegend bei den älteren Wedeln, daher eher normal alles. 2020 ein Blatt abgeknickt als Sturmschaden aus dem Winter, sie blüht und genießt das heiße, nasse Wetter im Sommer 2020., Febr. 2021, -10 Grad, kein Schutz, geschädigte Wedel werden herausgeschoben blockieren sich gerade etwas gegenseitig. Jedes Jahr Blüten, aber wirklich erfolgreiche Samenbildung.


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Diese Sabal wird nur 40 cm groß, blüht daher früh und ist eigentlich die perfekte Sabal auch für kleine Gärten.

Nachteil ist, dass sie nicht einfach zu bekommen ist und sie selbst unter den langsamen Sabals noch eine Schneckenposition hat. 1 Blatt pro Jahr ist zu erwarten. Frosthärte ist minorartig, so dass meine kleine blountstown die -9,5 Grad ohne Heizquelle gut geschafft hat. Eine kräftiger Sämling mit ungeteilten Blättern wurde 2017 ausgepflanzt. 2018 kam eine kräftige Jungpflanze mit geteilten Blättern getopft dazu.

Die "größere" Blountstown wurde 2019 an den Teich gepflanzt. Die kleinere Blountstown hat den Winter problemlos geschafft und schiebt ein neues Blatt das geteilt ist. 2020 schiebt die größere Blountstown 2 Blätter, schöne blaue, leicht silbrige Färbung der Blätter. Sie ist angekommen. Die kleine Blountstown schiebt ebenfalls ein 2. Blatt und teilt diese jetzt anfänglich. Febr. 2021, -10 Grad kein Schutz, kein Schaden.

2022 schiebt die Blountstown am Teich eine Blüte. Es gibt auch eine geringe Samenbildung. Letztlich müsste ein kompletter Schutz zur Ausreifung erfolgen. Die andere Blountstown wurde vollsonnig in die Wüste versetzt und stagnierte das ganze Jahr über bei durchgehenden Wassergaben (sehr heißer und langer Sommer). Ab August wurde auch der Speer wieder weiter geschoben.

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Chipola dwarf ist eine weitere Zwergsabalart, die auch sehr frosthart sein soll und in ihrer Wuchsform sich von der blountstowndwarf unterscheiden soll. Nach einem mehrwöchigen, dreimaligem Transport von USA nach Frankfurt hin und her, konnte eine einzige Pflanze aufgepäppelt werden. Der Fehler lag bei der Nursery in USA, die dazu die gleiche Pflanze dann nochmals auf den Weg brachten (anstatt ein Ersatzexemplar zu schicken wie zugesagt). Die Palme ist sonnig ausgepflanzt 2021 und dankte es direkt mit einem weiteren, dritten, ungeteilten Blatt. Aktuell 09/2022 hat sie zwei gesunde, ungeteilte Blätter.

2023 hat die Chipola ein Blatt geschoben und dank des langen Spätsommers. noch ein weiteres Blatt zur Hälfte herausgeschoben.


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Sabal birmingham kam mit zwei getopften Exemplaren von einem Sabal-Freund zu mir. Auspflanzung ist bei geeignetem Platz 2019 angedacht. Ein Exemplar wurde am Wüstenrand Ende Februar ausgepflanzt (+16 Grad zu dem Zeitpunkt, kein Frost in Sicht). Bisher keine Regung seit der Auspflanzung. Wahrscheinlich alle Kraft in die Wurzeln. 2020 langsames Wachstum wie erwartet, satte Grünfärbung. Eine Geduldspflanze, aber frosthart und sehr schön, Dauerkandidat für die nächsten 20-30 Jahre. Birmingham soll stammbildend sein und sehr frosthart. Febr. 2021, -10 Grad kein Schutz, kein Schaden

Die an der Terrasse gepflanzte Birmingham ist nach längerem Siechtum eingegangen bzw. wurde nach Speerverlust und langer Wartezeit ohne neuen Speer ausgegraben. Das von der Terrasse ablaufende Wasser hat wahrscheinlich für einen zu nassen Fuß gesorgt. Die zweite Birmingham am Wüstenrand wächst gut und stetig weiter, vor allem, seitdem eine größere Yucca entfernt wurde, die ihr das Licht nahm.


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Sabal mexicana hatte ich im Kölner Garten schon einmal ausgepflanzt. Dort fror sie jedoch zurück, trieb aber wieder aus, während S. palmetto nicht mehr austrieb. Ein sehr kräftiges S. mexicana Exemplar kam 2018 getopft zu mir. .

2020 Auspflanzung an einer Garagenwand, wo eine Fargesie mittels Spitzhacke wegoperiert wurde. Die beiden neuen Speere zeigen viel kürzere Petiolen und sind noch geschlossen. Es geht ihr der satten grünen Farbe nach sichtlich gut.

Febr. 2021, -10 Grad, Vlieshaube ohne Heizquelle, Frostschäden, insbesondere an den in Topfkultur gewachsenen Blättern. Wird sich erholen. Bei bis zu 34 Grad schiebt sie ganz ordentlich die neuen Blätter heraus. Zwei neue Blätter Zuwachs. 2022 weiterer Zuwachs. Die runterhängenden Wedelspitzen sind nicht attraktiv, aber mexicana-typisch.

Erholung nach -11 Grad im Winter 2022/2023. Ich musste zwischendrin einen Schutz aufbauen, da die Blätter schon Frostrisse erahnen ließen. Dieses Jahr gibt es direkt einen Schutz, damit die Pflanze ein Jahr etwas mehr Blattmasse aufbauen kann.


Hier mal Bilder einer unbekannten Sabal. wahrscheinlich eine Hybride. Als Minor gekauft, dachte ich aufgrund der Balltspreiten und großen festen Wedel, dass es sich eher um Bermudana handelt. Aber sie verträgt gut Frost (-10 Grad) und hat auch im Topf und im Carport mehr Frost als eine Nadelpalme ertragen. Sie wurde daher belohnt und an die Stelle der Vulcano ausgepflanzt, wo sie sich sehr gut macht und schon wächst. Ca. 3 Blatt Zuwachs pro Jahr.