Sonstige Exoten 

Hier möchte ich mal Pflanzen zeigen, die einen Garten ebenfalls exotisch machen, aber nicht zu den anderen Kategorien gehören.

Weiter habe ich ein Augenmerk auf "exotisches" Obst im Garten. Hier pflege ich verschiedene Feigen, Kaki, PawPaw, Wollmispel und Ananasguave. Seit 2016 auch Granatapfel.

Ein blühender (duftender) Schlafbaum (Akazie) ist immer ein Erlebnis für Auge und Nase.

2017 zogen auch zwei Lagerstroemia-Bäume ein.

Für den Urwald wächst auch Tetrapanax im Garten. Für die exotischen Blüten Caesalpinia.

Feigen


An Feigen pflege ich eine Dalmatie und eine Pastilliere / Rouge de Bordeaux.

Die Dalmatie bringt grüne, etwas langgezogene Früchte. Sie soll ca -15 Grad aushalten und neigt eher zum verzweigten, buschigem Wuchs. Die Blätter sind tief eingeschnitten / gelappt. Es sind zwei Ernten möglich. Die Dalmatie verliert ihr Laub einiges später als die Pastilliere / Rouge de bordeaux.

Pastilliere / Rouge de bordeaux bringt rote Früchte in normaler runder Feigenform. Sie ist sehr wüchsig und soll ebenfalls ca. -15 Grad aushalten. Der Stamm hat eine weißliche Farbe, was ich optisch sehr attraktiv finde. Sie wächst baumartig und es sind zwei Ernten möglich.

Pastilliere produziert leider weit mehr Früchte als sie versorgen kann. Es werden ca. 80 % und mehr abgeworfen. Es gab aber ca. 15 fast apfelgroße Früchte. Die Herbstfeigen werden wahrscheinlich zu 95 % abgeworfen.

Dalmatie ist hier wesentlich zuverlässiger!

Eine späte Frostnacht Mitte April 2017 (-2/3 Grad) fror alle Blattaustriebe und Fruchtansätze der Feigen ab. Gleiches bei Kaki, Kamelien, Granatapfel. Eine Nacht und alles braun. Bisher (Ende Juni) keine Fruchtansätze in Sicht.

2018 ein Feigenjahr. Die Pastiliere brachte einige Sommerfeigen in Größe eines kleinen Apfels, riesig und sehr lecker. Im Herbst hatte Dalmatie die Nase vorn, da schmiß Pastiliere wieder einiges ab. Aber so ein gutes Feigenjahr hatte ich noch nicht.     

 

Kaki / Diospyros kaki


Nicht oft, eher selten, findet man doch Kerne in Kakis aus dem Supermarkt. Diese sind glatt und keimen ausgesprochen gut. Einfach in die Gartenerde gesteckt, ist diese Kaki aus einer Frucht Rojo Brillante gewachsen. Sehr starker aufrechter Wuchs. Sie hat bisher bereits -15 Grad nur mit einer Vlieshaube überstanden. Den Umzug hat sie mir etwas übel genommen und zickte länger, bis sie wieder ausschlug und seither wächst sie hervorragend und stark. Bisher hat sie als "Wildling" noch nicht geblüht. -18 Grad soll die Rojo Brillante aushalten können. 

Erste Blüten 2017 am ganzen (selbstgezogenen) Kakibaum. Eine späte Frostnacht im April, vernichtete jedoch alle Blüten- und Blattaustriebe.

Eine zweite Kakisorte (Hana Fuyu) habe ich mir 2014 besorgt und ausgepflanzt. Sie soll selbstfruchtend sein und die Früchte nie adstringierend (der pelzige Geschmack im Mund). Zwei verschiedene Sorten sollen zudem den adstringierenden Geschmack reduzieren. Die Hana Fuyu wurde mit -16 Grad angegeben, fror jedoch im "Winter" 2014 bei tmin -6 Grad in einer Nacht, trotz Schutzmaßnahmen (Vlies umwickelt). bis kurz über die Veredelung zurück. 2015 hat sie sich kaum bewegt und wenige Blätter gebracht.  Ein Ersatzbaum Hana Fuyu wurde 2018 ausgepflanzt und macht sich bisher sehr gut.

Die selbstgezogene Kaki brachte 2018 massig Blüten, die sehr schön aussehen, Bienen anzogen, aber leider warf der Baum alle Blütenstände ab. Eine einzige Frucht wuchs versteckt im Laub. Sie war eher klein (Mandarinengröße), aber süß und vor allem nicht adstringierend. Also normal essbar ohne Einschränkungen. Ein kleiner Kern war drin.

 

Paw Paw / Indianerbanane


Die PawPaw oder auch Indianerbanane genannt, ist ein Baum! Er soll ca. -20 Grad aushalten können und soll nur am Anfang, wo er recht langsamwüchsig ist, geschützt werden. Zwei verschiedene Sorten, sollen die Fruchtausbeute erhöhen.Ich pflege die Sorten Prima (selbstbefruchtend) und Overleese (soll größere Früchte bekommen, aber nicht selbstbefruchtend).

Gepflanzt 2014, blühte Prima 2015 das erste Mal (9 Blüten), wobei alle Blüten abfielen. Das Wachstum war 2015 sehr gering. Die PawPaw soll später unten breiter sein und nach oben schmaler werden. Sie ist laubabwerfend.

2016 mehr Blüten, aber keine Fruchtentwicklung, langsames Wachstum weiterhin.

Overleese hatte weniger Blüten, dafür starker Blattaustrieb und deutlich besseres Wachstum als Prima.

Prima mehr Blüten, aber lichteres, langsameres Wachstum (s. Foto, links Overleese, rechts Prima)

2018 gab es massig Blüten und auch Fruchtansätze bei der Overleese, die aber alle nach und nach abwarf. Bei Prima entwickelten sich 5 Früchte in einem 2er und einem 3er Cluster. Der 2er Cluster fiel am 13.09. ab und der exotische Duft der Frucht füllte Küche und Kühlschrank. 2 Tage im Kühlschrank gelagert und dann probiert.

Konsistenz wie eine reife Avocado. Geschmack nach Vanille und sonst einfach süß und exotisch. Bissl von allem. 5 große und ein kleiner Kern. 299 Gramm wog die größere Frucht, am Baum ist aber eine noch größere Frucht. Bin auf den Geschmacksunterschied zwichen Overleese und Prima gespannt. 393 Gramm brachte die größte Frucht.

 

Ananasguave (Acca)


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Die Ananasguave (Acca) ist ein kräftig wachsender Strauch, der ca. bis -10 Grad frosthart ist. Er verliert bei kälteren Temperaturen seine Blätter, treibt aber meistens wieder gut aus. Die Blüten sind sehr exotisch und aus ihnen ergeben sich, wenn alles gut läuft, genießbare Guavenfrüchte.

Die Acca hat satt grüne Blattoberflächen und silberweiße Unterseiten. Die Blüten sollen essbar sein. Ein Umsetzen wurde zuletzt bei einem Exotenfreund nicht gut vertragen und die Pflanze baute extrem stark ab. Jüngere Pflanzen umzusetzen nach einem Jahr, funktionierte bei mir gut.

Es soll unterschiedliche Unterarten geben, die sich dann in Fruchtbarkeit und Frosthärte unterscheiden sollen. Hierzu habe ich aber keine Erfahrungen.  

2016 starkes Wachstum aller Accas und auch Blütenbildung bei 2 der 3 Accas. Keine Fruchtbildung. Aufgrund des sperrigen Wuchses mit Kabelbindern in Form gebracht.

-9,5 Grad ungeschützt kein Problem, kaum Blüten 2018. Wachstum gut, eine Pflanze verholzt schon annähernd baumartig.


Caesalpinia gilliesii


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Der Paradiesvogelbusch, Caesalpinia gilliesii, besticht durch seine feinen Fiederblättchen und seine exotischen gelben Blüten mit roten Fäden, die wie Zungen raushängen. Sie setzen bei Befruchtung Samen an, die auch sehr gut keimen. Sie verträgt Frost zwischen -10 und -12 Grad. An der Hauswand wird sie nicht geschützt und hat da im Winter 2016/2017, -9 Grad abbekommen. Sie ist laubabwerfend.

 

Tetrapanax


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Tetrapanax ist ein wüchsige Pflanze, die gut zu meiner Dschungelecke paßt, weil sie große exotische Blätter bringt, die auf Stämmen in die Höhe wachsen. So bilden sich im Laufe der Zeit aus diesen Stämmen Horste, die dann vor meinem Gartenzaun stehen.

In Gesellschaft von Gunnera stelle ich mir das sehr dschungelig vor und alle brauchen reichlich Wasser und nicht zuviel Sonne. Das Anfangswachstum ist bisher nicht rasend schnell, aber nach 2 Jahren soll der erste Stamm mit ausreichend Blättern soweit sein, laut einem Forenkollegen.

Die Blätter sind schon im ersten Jahr richtig groß geworden und die Pflanze macht schon Spaß!

Weiter gutes Wachstum. Stamm teilt sich oben, da sie aufgrund von zuviel Winternässe oben etwas abgefault ist. Stellt aber kein Problem da. Noch mehr Blattmasse. Die Winternässe macht die Austriebe oben wiederholt matschig. Es bilden sich zwar neue Austriebe, aber ein Regenschutz wäre vielleicht sinnvoll.

 

Schlafbaum


Albizia julibrissin (ombrella) ist eine laubabwerfende Akazie und bildet eine schirmartige Krone. Sie soll bis -18 Grad frosthart sein. Zumindest -15 Grad hat sie bei mir schon vertragen. Der Name Schlafbaum kommt daher, weil sich die Blätter bei Dunkelheit und bei Trockenheit zusammenfalten und morgens, bei aufkommender Helligkeit wieder entfalten.

Aus Samen gezogen (2009)  habe ich bei einem Exemplar von Anfang an die Neutriebe aus den Blattachseln entfernt, so dass sie um ein Vielfaches schneller wuchs, als ihre Geschwister (ca. 60-80 cm Höhe in 3 Monaten). Blühen soll sie erst nach 5 und mehr Jahren. Die Blüten duften herrlich und sehen aus wie rosafarbene Puderquasten.

Es gibt eine Schlafbaumform Albizia julibrissin "summer chocolate", die rotbraune Blätter (siehe Bilder) hat mit gleichen Blüten, die aber weniger Frost verträgt. Im jetzigen Winter 2015 / 2016 ist sie bereits ca. 10-15 cm heruntergefroren und das bei Tmin -8 Grad.

2016 stand der Schlafbaum in Vollblüte und war das Highlight im Vorgarten. Es gab auch Samenschoten, die jetzt (Anfang Oktober) noch am Baum hängen. Der Baum selber wurde von mir in seinen immer weiter abwärts hängenden Zweigen beschnitten, so dass wieder mehr Schirmkronenoptik herrschen kann.

Der Stamm wird immer dicker und die Äste immer länger. Innen verkahlt er etwas, so dass es einen kräftigen Rückschnitt im Herbst 2018 geben wird. Viele Blüten und Samenschoten.

Die Summer Chocolate ist auch gut gewachsen, brachte das erste Mal Blüten und auch ein paar Samenschoten. Die Blüten fallen auf dem rötlichen Untergrund weniger auf. Ein Zurückfrieren bei -8,2 Grad im Winter 2018 / 2019 gab es nicht,

Granatapfel


Seit etwa 2 Jahren sind wir auf den Geschmack der Granatäpfel als Frucht und Obst gekommen.  Außerdem habe ich den Baum in Spanien / Granada mehrfach gesehen und er verknöchert genauso schön, wie eine Olive (s. Bild). Seine Frosthärte soll dabei sicher bei -10 Grad liegen, alles darüber ist sortenabhängig, sprich Glück.

Aldi bot Granatäpfel (Zwergform) an als Pflanze. Kleiner Topf, auch mehr eine Strauchform mit kleinem Blatt. Ein "Nana", Blüten Ja, aber wohl keine Früchte nach derzeitiger Erkenntnis, aber ein schön blühender Strauch der auch bei jemanden schon -12 bis -15 gepackt haben soll. So steht er jetzt ausgepflanzt an der Garage und hat einen Dachüberstand und die Wand als Schutz.

Es gab auch mehrere Blüten und er entwickelt sich gesund und nicht zu schnell.

Bei einem Händler für exotische Obstbäume habe ich dann noch einen Granatapfelbaum bestellt. Es kam ein gut gewachsener Baum, der aber im Torfgemisch noch nicht wirkklich gute Wurzeln ausgebildert hatte. Das Schild besagt die Sorte "Melograno". Getopft in vernünftige Erde, wird sie nächstes Jahr (2017) vollsonnig ausgepflanzt.

2017 vollsonnig ausgepflanzt, verlor er sehr viele frische Blattaustriebe aufgrund einer sehr späten Frostnacht im April 2017 (-2/3 Grad). Aber er grünt wieder und entwickelt sich bisher gut. Keine Blüten bisher.

2018 Winter gut gepackt, viele Austriebe, Stamm leicht kräftiger werdend, keine Blüten beim Punica-Baum. Der Punica Busch blühte wieder reichlich und bis jetzt noch in den Herbst rein. Ein toller Anblick mit auch etwas größeren Granatäpfeln. Die Granatäpfel der Zwergform sind innen weiß und bitter. Kein Verzehr. Nur Zierde.

 

Lagerstroemia



Über einen Exotenfreund ergab sich die Möglichkeit Lagerstroemias zu bestellen und so wurde bestellte ich eine L. grassi rosso und eine grassi rosea, da grassi die frosthärteste Sorte sein soll. Es kam mit der rosso eine coccineus an, die etwas weniger Frost aushalten soll mit 3 Metern Länge.
Die Grassi rosea hatte 4,20 m und musste für den Transport gekürzt werden, was aber problemlos möglich war.

Beide sind jetzt ausgepflanzt und treiben bereits aus.

Spätere Blüte als bei anderen, aber blüht schön lange und jetzt Mitte September immer noch. Absoluter Blumenstrauß in Baumform. Top. -9,5 Grad ungeschützt schadlos überstanden. Austriebe aus dem Boden konnten gut bewurzelt werden.

 

Wollmispel


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Die Wollmispel hat schöne lange, glänzende Blätter und soll bis -12 Grad aushalten, andere sprechen von -10 Grad.

Ich habe sie 2016 gepflanzt und die Ecke dort bietet durch die Wand und etwas Dachüberstand Schutz. Sonne kommt etwas später und es wird in der Ecke dort sehr heiß. Die Wollmispel ist gut gewachsen und scheint jetzt im September 2018 erste Blütenknopsen auszubilden.

-9,5 Grad im Winter 2017/2018 waren ohne Probleme. Die Früchte sind absolut lecker, reifen aber über den Winter, was bei zu kalten Wintern nicht funktioniert. Durch die Blätter auch ohne Früchte ein sehr schöner Exot!

Im Februar 2019 unterschiedliche Blütenstadien (geschlossen, offen, verblüht), die bei +16 Grad Mitte Februar den ersten Bienenflügen Nahrung bieten und gerne besucht werden.